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Mittwoch, 5. August 2009

Sommerloch!

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Da waren wir ja etwas schreibfaul im Juli … holen wir jetzt alles im August nach.

Wir haengen mitten im Sommer, Temperaturen wie in Griechenland, viel Sonne und wenn mal Regen, dann als Unwetter mit Weltuntergangscharakter.
Im Kennelhaus haengt ein Klimageraet und 4 Ventilatoren, die Stromrechnung treibt einem die Traenchen in die Augen. Doch jammern hilft nicht, selbst ausgesucht, da muessen wir durch ... der Norden wird kommen.

Die Hunde gewoehnen sich dran, pilgern zwischen dem Haus und den Pools hin und her, getobt und gespielt wird abends und gaaaanz frueh morgens.
Unsere kleinen sueesen Puppies haben sich zu grossen, ungestuemen Monstern entwickelt und werden tatsaechlich schon 9 Monate alt. So vergeht die Zeit. Versprochen, es kommen Fotos ... habe immer noch Probs. mit meiner Kameratechnick, vielleicht klappt es in diesem Leben nochmal das ich alle Tools fuer dieses daemliche Betriebssystem bekomme.
Also, nur einer kurzer Bericht:

Scheinbar hat die hohe Sonneneinstrahlung und die Waerme auch Auswirkungen aufs Gehirnchen unserer lieben Vierbeiner.
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Hier zu sehen unsere „Moon“ ... in der Futterkueche, auf dem Tisch stehend, Eierschalen klauend ... tue ich die Dinger zusammen mit dessen Inhalt ins Futter, frisst sie sie nicht, was anderes ist es aber, wenn man dafuer heimlich in den Kuechenbereich schleicht, sich auf den Tisch „hochzieht“ und das Zeugs aus dem Muellbehaelter entwenden kann ... mmmh ganz lecker ....


Unsere lieben „Kleinen“ haben haben sich zu sehr effektiven „Vorspuelern“ entwickelt. Foerdert die Teamarbeit!



Und hier, speziell fuer Tomte, ein Update unserer Fusshupenfraktion.

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Jaeger hat sich zu einem wunderschoenen Hund entwickelt, etwas kleiner als die reinrassigen Beagle-Ausgaben ... aber ansonsten sehr gut getroffen.
Fine, ja Fine wollte ganz anderes werden, hat den Corgi als Mutter und den Beagle als Vater ignoriert und ist ein Dackel geworden. Mit ihren Stumpelbeinchen, dem schlauchartigen Koerper und diesem Dackelkopf wuerde sie den Fans dieser Rasse sicher Freude bereiten. Kurz, sie ist haesslich ... eine richtige Fusshupe halt.
Aber Fine ist toll, ein ganz liebes Wesen, sehr sanft und anhaenglich, macht sie mir jeden Tag viel Freude. Auch wenn es unvorstellbar ist, wir haben jetzt auch einen Dackel hier und ich mag sie sehr.

Zeit fuer Unsinn und ein bisschen abhaengen am Pool ist auch da ... und die unabdingbare Beschaeftigung im Sommer: Rasenmaehen. Raven liebt es, Runde fuer Runde mitzulaufen.

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Nachbars Kuehe sind auch wieder da und zum Abschluss ein paar Bilder von einem besonders schoenen Himmel nach einem Gewitter.






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Mehr kommt in den naechsten Tagen.
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Dienstag, 23. Juni 2009

Hummingsbirds – Unsere Feen am Himmel

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Eine der schoensten tierischen Neuheiten, die wir hier in den USA jetzt haben und geniessen duerfen, sind unsere Hummingsbirds. Winzig kleine Voegel, die zu den Kolibri Arten gehoren. Sie sind vielleicht daumengross, sehr feingliedrig, zierlich und pfeilschnell.

Sie leben im Sommer in Missouri, bekommen hier ihren Nachwuchs und ziehen im Herbst viele hunderte Meilen nach Texas und Mexiko.
Sie leben von Nektar wie die Bienen ...

Man findet sie fast ueberall in den USA und viele Arten auch im Norden.
Die Amerikaner moegen ihre Hummings und ueberall kann man „Feeder“ kaufen. Spezielle Vorrichtungen die von den Kleinen akzeptiert werden.

Im ersten Jahr hatte ich zwei „Feeder“ und eine Menge „Feen“ so nennen wir unsere Sommergaeste, denn durch ihr Anmut und Gewandtheit erinnern sie ein bisschen an Feen aus den Kindermaerchen.

Gefuettert werden sie mit einer Zuckerloesung, die man leicht selbst herstellen kann. Sie sind sehr zutraulich und nicht scheu und viele Voegel kommen jahrelang an die gleichen Futterplaetze.
Wenn einer ihrer Feeder mal nicht schnell genug aufgefuellt wird, sind recht sie ungehalten... kommen sogar bis in den ersten Stock ans Schlafzimmerfenster und beschweren sich lautstark.

Dieses Jahr habe ich schon vier Feeder und muss jeden zweiten Tag alles komplett auffuellen, meinen Feen scheint die Mischung sehr zu behagen, denn soweit ich das sehen kann, haben wir die meisten von allen Nachbarn hier.
Sie brueten im Baum bei den Huehnern, ihre Nester sind so winzig das man sie nur erknnen kann wenn man ganz nah davor steht.

Einige kann ich von den anderen unterscheiden und viele wissen genau das ich es bin, die das Zeug neu auffuellt und kommen ganz nah an meinen Kopf und umschwirren mich ... das ist bezaubernd.
Ich mag sie sehr und bin immer besorgt wenn nicht alle kommen oder wir schwere Unwetter haben .. schon ein Hagelkorn kleinster Groesse kann sie toeten, wenn sie nicht schnell genug einen sicheren Untschlupf finden.

Fuer alle die unsere Feen mal in Aktion sehen wollen, hier ein kurzes Video, ich habs nach einen schweren Unwetter gedreht. Viel Spass mit unseren kleinsten Zoeglingen.
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Mittwoch, 25. März 2009

Jaeger und Fine!

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Jetzt sind die beiden Fusshupen schon seid fast 2 Monaten bei uns und ich freue mich jeden Tag an ihnen.
Wenn mir noch vor einem Jahr jemand erzaehlt haette, ich wuerde mal auf zwei so Fersenbeisser (nein, sind keine) abfahren, dann haette ich mit Sicherheit gelacht und gesagt: ne eher nicht.

So kann sich alles aendern. Beide erfreuen sich bester Gesundheit und sind fit, sehr gehorsam und lernfreudig. Koennen schon total viel.

Morgens gehen sie mit allen in den Freilauf, da wird mit vollen Koerpereinsatz gespielt, die Pups sind mittlerweile alle ein gutes Stueck groesser wie die beiden. Dann gehts raus vor die Gehege und da koennen sie dann nach Herzenslust laufen, buddeln und Mauese jagen. Nachtmittags begleiten sie mich mit den Haushunden durch unseren Wald. Begleiten mich eigentlich ueberall hin, zum Misthaufen, ins Waschhaus, zur Nachbarin. Sie leben frei auf unserem Gelaende, aber weggehen, noe ... sicher nie und nimmer freiwillig.

Vielleicht erinnert ihr Euch noch, ein Junge war ja noch uebrig, er lebte bei seiner Mutter. Vor drei Wochen war es dann soweit, unsere Mieterin Bobby, die gleich nebenan wohnt, hat sich entschlossen ihn zu nehmen. Sie fand unsere so toll und mochte sich nicht mehr vorstellen muessen, was wohl mit dem anderen ist, ob er den Winter ueberlebt. Als wir ihn holen wollten, war er verschwunden, trotz langer Suche. Das war schon sehr traurig, zu spaet gekommen zu sein.

Doch ... nach drei Tagen rief der Farmer an und sagte: er ist wieder da. Also hin und sofort abgeholt. Der Kleine heisst Thommi und ist ein gutes Stueck kleiner als unsere beiden. Mag daran liegen, das er ja noch etliche Wochen alleine ueberleben musste und das Nahrungsangebot nicht ganz so doll ist im Winter.

Wenn Bobbi von der Arbeit kommt und die ihrigen rauslaesst (sie hat noch einen optisch verunglueckten Chiwawa, so was kleines haessliches, in mausgrau), dann tobt unsere Fusshupen-Kleingruppe wie doof auf dem Gelaende. Das ist soo witzig.
Fremde werden lautstark verbellt, Tiere egal welcher Groesse, verjagt. Ganz mutige und taffe Kerlchen.
Genau das ist ihr Job und wenn sie ausgebildet sind, geht es mit zur Jagd. Sicher kein langweiliges Leben.

Wenn es daemmert kommen sie ins Haus und nach dem Abendbrot schlafen die beiden auf ihren Decken voellig erschoepft und zufrieden ein. Okay, manchmal versuchen sie auch einen Platz auf dem Sofa zu ergattern. Faellt nicht weiter auf, so zwischen Alaska und Foxi.

Es sind dankbare, bescheidene und anhaengliche Hunde. Als wenn sie wuessten, das sie grosses Glueck gehabt haben.

Hab mal ein paar Bilder gemacht. Viel Spass.

http://www.youtube.com/watch?v=1cTlHC5N3oY
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Donnerstag, 29. Januar 2009

Kleine Entdeckungstour

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Heute waren die beiden eine kleine Runde spazieren. Jaeger geht es besser, nur noch erhoehte Temperatur.

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Erstmal gucken wo wir sind, dann mit Handschuh abhauen und sich von der Schwester jagen lassen.
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Kleiner mutiger Hund, der spielen will und sich bei den "Grossen" vorstellt.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Gefunden und nicht mehr abzugeben!

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Da sass er ... unter einem grossen Maeher ... es war windig und schweinekalt und er versuchte zusammengekauert ein wenig Schutz zu bekommen. Ein kleiner Haufen Hund, der angelaufen kam als Oliver ihn rief.

Ein 4 Monate alter Jagd- und Bauernhund, wo man den Beagle doch sehr deutlich erkennen konnte. Die Mutter ein reinrassiger Welsch Corgi.

Zusammen mit seiner Mutter lebte er auf einer Farm hier in der Gegend. Musste frueh lernen alleine klar zu kommen, denn Mischlinge sind hier nix wert und Hunde sind Hunde ... die Mutter war der Hofhund, wurde gefuettert, lebte dort frei, schlaeft in der Scheune und hat noch nie eine tieraerztliche Versorgung erfahren.
Die Welpen eigentlich nicht erwuenscht, aber da der Farmer einer der Guten ist, hat er sie leben gelassen. Doch kuemmern, nein kuemmern tut sich keiner.
Sie hat sie, im November bei – 10 Grad unter einem Mobilhome, in einer Hoehle zur Welt gebracht, 7 Stueck. Einer fiel einem Raubtier (Koyote, Puma oder Luchs) zum Opfer, der war auf einmal nicht mehr da. Der Rest wurde an den gegeben, der auf den Hof kam und einen haben wollte. Weg ist weg, wohin ... egal.

Also, wir standen da im eisigen Wind und Oliver hob das Buendel Hund hoch und schaute mich an: sollen wir ihn mitnehmen? Er wollte schon laenger einern Jagdhund haben, Beagle ist schon gut und weil Corgi mit drin ist, sind es ausgezeichnete Hof- und Wachhunde.

Über Jahrhunderte hinweg waren die Corgis unersetzliche Bauernhunde. Von jeher wurden sie nur beim Großvieh eingesetzt: sie brachten Rinder und Ponies auf die weitläufigen, nicht eingezäunten Weiden und wieder zurück und trieben sie bei Bedarf auch über die Berge zu den Viehmärkten. Außerdem hielten sie auf dem Hof Nager und Raubzeug kurz und meldeten Besucher.

Er schaute mich sehr ernst an, der kleine Hund. Was sollte ich da noch sagen. Er war sehr duenn und absolut dreckig. Klar nehmen wir ihn mit. So ein Kleiner passt schon und Oliver hat seinen Jagdhund.
Ich nickte und grinsend gab Oliver mir den Kleinen auf den Arm. So ein Leichtgewicht und doch 4 Monate alt. So ungewohnt, wenn man nur Malamuten hat.

Der Farmer sagte dann ... ich hab noch zwei weitere, ich weiss aber gar nicht ob die noch da sind. Wir gingen um die Scheune und da sassen sie. In der Mitte die Reste von einem Huhn... bzw. die Federn und die Beinen konnte man noch erkennen. Der Wind liess einem die Nasenhaare gefrieren. Hier konnte man wirklich von natuerlicher Selektion sprechen, wer durch den Winter kommt, ist mit Sicherheit top widerstandsfaehig.

Ein Junge und ein kleines Maedchen. Ganz zierlich die Kleine, zum verlieben. Da sass sie und wedelten mich an. Oliver fragte ... oder willst Du das Maedchen? Ich wuerde gerne, aber wir hatten da schon einen auf dem Arm. Den wieder absetzen und sagen, sorry Du hast jetzt genau zwei Minuten eine Chance auf ein gutes Leben gehabt. Ne, ging nicht. Also die Kleine noch mal gestreichelt und ihr gewuenscht das sie auch jemanden findet, bevor sie zu gross ist oder einem Raubtier zum Opfer faellt.

Sie liefen uns zum Auto nach ... ne, das ist nicht einfach, aber wir sind keine Hundesammler und immerhin bekam sie hier ein wenig Futter, hatte ihre Mutter und eine Scheune fuer die Nacht.
So schnell hat man einen neuen Hund.

Zuhause wurde er gleich mal mit einem Antiparasitenshampoo gebadet noch im Badezimmer die erste Wurmkur, dann in dicke Decken gepackt und in einen grossen Kennel ins Wohnzimmer verfrachtet. Er sollte sich erstmal ausruhen, fressen und ohne Angst haben zu muessen, die anderen Haushunde kennenzulernen. Die sind lieb wie immer, ganz vorsichtig an die Box und haben mal „Hallo“ gesagt.
Da sassen wir nun und schauten uns unseren ersten „kleinen“ Hund an. Er bekam den treffenden Namen „Jaeger“.

Meine bessere Haelfte kennt mich gut und auch wenn ich nix sage, so weiss er meist was in mir vorgeht. Es ist das Maedchen oder? Klar war es das Maedel. Okay, er stand auf und ging zum Telefon. Einer von einer Rasse ist immer sehr einsam im Pack mit anderen Hunden!
Er rief den Farmer hat und sagte, wir nehmen die Huendin auch noch, also nicht weggeben.
Wir wollten nach dem Wochenende fahren, da die Farm weit ausserhalb lag.

Jaeger brauchte nur ein paar Stunden um sich angstfrei zwischen den Haushunden bewegen zu koennen. Die waren auch extrem vorsichtig und in unserem Gast „Goshay“ fand er einen fast gleichaltrigen Spielkameraden.
Doch er ist nicht gesund, hat eine starke Lungenentzuendung und Fieber. Wenn er dort nicht weggekommen waere, haette er wohl nicht mehr lange gehabt. Denn seine Atmung hoerte sich an wie D-Zug.

Zu beginn der Woche sollte es einen grossen Wintersturm geben, der Wetterdienst warnte schon seit Tagen. Also sind wir gleich am Montag wieder zu der Farm. Der Farmer fuehrte uns zu der Mutter und dem kleinen Buben, der gerade versuchte einen Maulwurf zu fressen, aber von dem Maedchen keine Spur. Mir sank das Herz in die Hose, sollte es vielleicht schon zu spaet sein. Doch dann ... kam sie ... sie war am Ende der Wiese unterwegs gewesen, zoegernd und machte auch einen grossen Bogen um den Farmer. Ollli lockte sie und tatsaechlich sie kam und eine Sekunde spater sass sie auf meinem Schoss im Auto. Geschafft!
Daheim das gleiche Prozedere wie bei Jaeger. Ihr Name ist Fine und der passt absolut. Eine kleine Fine ... Finchen.
Sie ist soweit gesund und auch sie brauchte nicht lange, um sich an die neue Situation zu gewoehnen.

Heute waren sie das erstmal draussen, konnten sich das ganze Rudel anschauen und sind ein bisschen mit Oliver durch den Schnee.
Jaeger geht es mittelmaessig, er bekommt Antibiotika, die Lunge ist wieder freier, aber das Fieber ist noch da. Es braucht noch ein Weilchen und ich hoffe, das wir ihn ganz gesund bekommen.

Es werden keine verwoehnten Sofahunde oder Maskottchen werden. Das sind Miniatur- Arbeitshunde und sie bekommen ihre Aufgabe. Aber erstmal duerfen sie ein bisschen verschnaufen und einfach nur Welpen sein. Mit allem was dazu gehoert.

.. und vielleicht braucht noch jemanden einen kleinen Jagd- und Hofhund ... ich wuesste da noch einen ... der kaempft immer noch darum, eine Chance zu bekommen gross zu werden. Verdient hat er es .. wie unsere beiden!
Ganz tolle Hunde ... auch wenn sie ungewohnt klein sind und bleiben werden.
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"Jaeger" die ersten Stunden daheim. Waerme, Welpenfutter, Naehe und Sicherheit alles neu.

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Ein Tag spaeter, im Spiel mit "GoShay".
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"Fine" den ersten Tag daheim und mit ihrem Bruder friedlich schlafend.
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Freitag, 23. Januar 2009

Ein kleines Wunder

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Manchmal bietet einem das Leben die Chance an etwas ganz besonderem teilzuhaben. Etwas das einem einen Moment innehalten laesst, um staunend das Wunder des Lebens zu betrachten. Dies ist die Geschichte von so einem kleinen Wunder, der Kraft des Lebens und Menschen die unerwartetes tun.

In der Geschichte „Tanana`s Vorraete“ habe ich ja erzaehlt, wie schwierig es am Anfang war, gutes Fleisch fuer die Hunde zu bekommen. Nach laengerem Suchen hat Oliver dann einen „Custom Butcher“ gefunden, der ihm genug und qualitativ hochwertiges Fleisch, Knochen, Innereien, Pansen usw. bereitstellen konnte. Also faehrt Oliver jetzt jeden Dienstag, dem Schlachttag, zu Eric und holt drei grosse Plastikkisten mit allem moeglichen fuer die Hunde ab. Pro Woche sind das fast 200 kg.

Zwischen den beiden und den Angestellten hat sich ein sehr freundschaftliches Verhaeltniss eingestellt, weil Oliver noch vor Ort das Material aussortiert, zerkleinert und vor allem die von den Hunden so geliebte Kopfhaut selbst abzieht, da bleibt dann genug Zeit fuer nette Gespraeche.

All die Menschen die dort arbeiten, gehoeren zu der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten, die es hier bei uns sehr haeufig gibt. Neben ihrer sehr enger Verbundenheit mit ihrem Glauben leben sie ein sehr eigenes Leben in den USA. Sie lehnen die gaenigen Medien wie Radio, Fernsehen und Internet ab, habe eigene Schulen und Ausbildungsstaetten. Ihr Urspuenge haben sie in der Schweiz, den Niederlanden und der Schweiz. Bis heute sprechen viele von ihnen das aus süddeutschen Dialekten entstandene Pennsylvania Dutch.

So war das „Fleischholen“ am Dienstag auch immer ein unterhaltsames Treffen mit wirklich sehr netten Menschen, die absolut freundlich und zuvorkommend sind.
Ich bin nie mitgefahren, weil ich ein sehr emotionales Verhaeltniss zu Kuehen haben, natuerlich keine esse und ich auf keinen Fall miterleben wollte, wie sie getoetet werden.
An manchen Tagen kam Oliver heim und sagte bloss, den Job moechte ich einfach nicht machen muessen. Das ist echt hart. Er erzaehlt mir nie mehr, weil er wusste das es mich schwer mitnehmen wuerde.

Trotzdem weiss ich, das die Tiere hier um einiges besser auf den letzten Weg gebracht werden, als irgendwo in Deutschland. Eric macht seinen Job und er tut das mit der noetigen Routine, aber auch mit dem Respekt vor dem Tier. Das ist keine Fliessbandarbeit, sondern ein kleiner Familienbetreib.

Vor einigen Wochen kam Oliver heim und erzaehlte mir eine unglaubliche Geschichte. Eric hat eine aeltere Kuh reinbekommen, die geschlachtet werden sollte. Das tat er dann auch. Wenn das Tier tot ist, wird es auf einen Tisch gelegt, zur weiteren Bearbeitung. Als sie dann da lag, ruckte es im Bauch noch, da zappelte was. Eric zoegerte nicht und schnitt den Bauch sofort auf und ... heraus kam ein Kaelbchen ... die Geburt muss kurz bevor gestanden haben, denn es war voll entwickelt.

Ohne zu zoegern wurde es trockengerubbelt, sofort bei dem Nachbarn der Kuehe hat, eingeforene Bistmich geholt. (Erstmilch, die die Kaelber unbedingt brauchen, hier haben alle Bauern sowas in der Kuehltruhe).
Die Frauen kuemmerten sich um den Kleinen und paeppelten ihn. Und tatsaechlich er ueberlebte die ersten Stunden.
Oliver sagte, was fuer ein wunderschoene Bulle, wenn Eric mich gefragt haette ob ich ihn haben moechte, haette ich ihn mitgenommen.
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Eine Woche spaeter kam Oliver heim und meine erste Frage war: wie geht es dem Kaelbchen? Alles war in Ordnung. Er waechst und gedeiht. Doch was sollte mit ihm passieren? Eric hat ihn nicht an den Besitzer der Kuh zurueckgegeben. Er hat ihn rausgeholt und ihm das Leben gerettet und fand es sicher auch nicht toll eine Kuh geschlachtet zu haben, die tragend ist. Sowas macht ein guter Schlachter einfach nicht. Von der Traechtigkeit hat er nichts gewusst.

In der folgenden Woche fragte Oliver dann nach, was passiert denn mit dem Buben? Eric meinte, das er dann irgendwann wohl auch den Gang durch seine Hallen gehen wird. Alle Frauen schauten entsetzt, das schien keine wirklich gute Idee zu sein. Oliver gab ihnen dem Tip, gebt ihm einen Namen, Eric wird nichts schlachten was einen Namen hat.

Wieder eine Woche spaeter kam Oliver heim und grinste ... das Kalb hat jetzt einen Namen. Ich muesste auch grinsen, gut gemacht, Maedels. Wie heisst er denn?? „Oliver“!!!!!!!

Das war wirklich der Brueller. So schlau und hinterhaeltig von dem weiblichem Volk. Also wird „Oliver“ jetzt ein Pet werden, ein Haustier. Denn es ist wirklich so, alles was einen Namen hat kann Eric nicht toeten und schon gar nicht, wenn es so heisst wie jemanden, den er gerne mag.
Heute bin ich dann mal mitgefahren, weil ich „Oliver“ anschauen wollte. Er sieht wirklich toll aus, ist absolut handzahm und fand es toll gestreichelt zu werden. Wer mehr Freude dabei hatte, ist schwer zu sagen. Ich denke mal, ich!

Wer haette erwartet, das ein Schlachter so ein weiches Herz hat, wer haette erwartet, das er es paeppelt, einen kleinen Stall baut und sich um etwas kuemmert, das er normalerweise toetet. Ein kleines Wunder wie das, das der Kerl im Bauch seine Mutter ihren Tod uebersteht.
Das ist dann einer der wirklich guten Tage.

Diese Geschichte ist Eric und seiner Familie gewidmet und all den Menschen die ihre Achtung von dem Leben nicht verloren haben.

Sonntag, 24. August 2008

Über Kühe, das Wetter und Hunde ...


.... eine Geschichte


Die Mutterkühe rufen eindringlich nach ihren Kälbern. Die stehen auf der anderen Weide und machen nicht den Eindruck kommen zu wollen. Schauen unberührt zu. Alle Versuche von unserem Nachbarn Cohen sie zu ihren Müttern zu treiben, werden fast trotzig ignoriert.
Heute wurde die Herde umgesetzt und gastiert so nun direkt vor unserem Haus und Dogkennel.
Allerdings haben sich einige der "Jungen" geweigert mit umzuziehen und stehen jetzt noch auf der alten Weide.
Die Hunde sind begeistert, die Kühe auch, man starrt sich gegenseitig an, grasfressend mit großen Augen auf der einen, taxierend und die Menge des Fleischberges abschätzend auf der anderen Seite.
Die Sonne neigt sich und Cohen treibt immer noch, mit dem Auto langsam und bedächtig. Das störrische Jungvieh scheint aber andere Pläne für den Abend zu haben.
Keine Wildwestromantik im Rinderstaat.
Der Himmel ist bilderbuch-blau, die Frösche geben ihr immerwährendes Konzert. Vor zwei Stunden gab es noch heftigen Landregen aus grauen, dicken Wolken.
Hier hat das Wetter noch Eventcharakter, nichts von Beständigkeit. Im Frühjahr gibt es Tage wo die Temperatur locker auf 30 Grad klettern kann, um dann innerhalb von einigen Stunden fast den Nullpunkt zu erreichen.
Eine Kuh ist besonders interessiert, steht jetzt schon eine halbe Ewigkeit am Zaun und schaut rüber. Die Hunde schenken ihr gebührende Aufmerksamkeit. Ich bezweifele, das es so etwas wie Freundschaft werden kann.
Die dämlichen Kälber wollen nicht und ihr Mütter brüllen sich die Seele aus dem Leib. Die Idylle des Landlebens, im mittleren Westen, hier sitzend mit Blick auf dem Horizont, den gigantischen Eichenwäldern, den unzähligen Tierstimmen die den nahen Abend begrüßen, bekommt so den nötigen Touch an Realität.
Die Hunde gewöhnen sich langsam, leben noch etwas beengt, ohne den hohen Komfort den sie von Deutschland kennen. Aber das ist ja kein Dauerzustand. Ihr Doghouse steht schon, die Gehege auch. Es gibt viel Neues zu entdecken, vor einigen Tagen bellte Kiowa aufgeregt.
War gar nicht zu beruhigen, da war tatsächlich ein Stein der sich langsam bewegt, direkt am Auto.
Wir haben die Schildkröte dann wieder in den Wald zurück gebracht aus dem sie kam, Kiowas Stimmbändern und meinen Nerven zuliebe.
Mit dem Kojotenrudel verbindet unsere Hunde so etwas wie eine Rufbekanntschaft. Abends rufen die Jungs aus dem Wald rüber und die unsrigen heulen zurück. Je nachdem was es so zu quatschen gibt, geht das schon mal eine Weile hin und her.
Das schöne ist, es stört niemanden. Kein aufgeregtes Menschenvolk das Hunde- oder Kojotengeheul als belästigendes Element einer ansonsten eh mit Lärm angefüllten Welt empfindet.
Sitze hier auf meiner Bank im Nirgendwo und fühle mich als Teil von etwas das man schon privilegiert nennen kann.
Ein Bewohner einer noch einigermaßen intakten Welt zwischen Mensch und Natur. Wo jeder noch etwas mehr Freiraum hat, Mensch und Tier gleichermaßen. Allerdings sind die Gesetze des Lebens hier etwas härter.
Die Tornadoallee ist nur ein paar Autostunden entfernt. Wir hatten schon in den paar Wochen unseres Lebens hier drei ernstzunehmende Tornadowarnungen. Vor einigen Tagen sind in einem südlichen liegenden Country über 15 Menschen gestorben, weil einer dieser totbringenden Windhosen durch die Stadt gerast ist.
Gewitter sind hier gewaltig, nicht so zivilisiert wie in Europa. Für mich als ambitionierte Wetterbeobachterin toll und spannend, für unseren "donner-traumatisierten" Hund Tejar ein Höllentrip. Bei Gewitter, derer wir hier schon zahlreiche hatten, wird er immer zur Salzsäule. Erstarrt, mit einem großen "P" in den Augen in der Ecke stehend. Spricht man ihn an, wird es schlimmer. Also ignorieren. Nicht schön, wenn man selbst immer alles heile machen will.
Doch man hat schon viel Glück, wenn man hier leben kann und darf, es aushält, nah an der Natur, der Einsamkeit und mit den harten Regeln der Naturgesetze.
Denn nicht jede Schlange hier ist harmlos und die Sinne müssen erst wieder lernen zu reagieren, wahrzunehmen.
Aber bei all der Freude über dieses Art zu leben, wäre es auch toll, wenn jetzt mal jemand diese schreienden Kühe abstellen könnte.



Nicole
geschrieben an einem warmen Juniabend in Missouri

Ab in den Westen


Ist schon eine ganze Weile her, das ich was geschrieben habe. Das werde ich jetzt ändern. Es gibt viel zu erzählen.

Im Frühjahr sind wir mit unseren Hunden in die USA gegangen. Ein Mega-Projekt, das einen hohen logistischen Aufwand erfordert hat.
Oliver ist schon vorher einige Male in unserer neuen Heimat gewesen und hat einen Teil der Kennelanlage bebaut. Quasi den ersten Part des "Doghouse".
Die Einreise ging ohne Komplikationen oder Stress über die Bühne. Auch deshalb, weil wir eine erstklassige Spedition hatten und vor Ort in Denver einen Profi, der unsere Hunde durch den Zoll geschleust hat und bei ihnen geblieben ist, bis wir mit dem Leih-LKW da waren.


Am Anfang und die Fertigstellung bevor wir ausgewandert sind ....

Die ersten Tage waren schon anstrengend. Gehegezäune stellen, Kennelanlage weiterbauen.
Nachdem die Hunde gut unter waren, ging es richtig los.
Eine riesige Betonplatte musste gegossen werden, tagelange hat Oliver hunderte von Schubkarren befüllt und geschoben bis der zweite Teil des Doghouse ein Fundament hatte.
Dann endlich wieder Holzarbeit. Trotz des randvollen Arbeitstages war Chefe schon wieder besserer Dinge, denn bei Holz ist er in seinem Element.

Eigentlich wollten wir uns gleich neben dem Kennel ein kleines Holzhaus für uns bauen. Doch wir entschieden uns anderes. Das provisorische Wohnen auf dem Dachboden gefiel uns so gut, das wir beschlossen dort zu bleiben.
Also baute Oliver das Dach der zweiten Hälfte mit vielen Erkern und Gauben, sowie eine Dachterrasse, aus.







Glückskinder die wir nu mal sind, hatten wir die beste Zeit für den Umzug erwischt. Die Sturm- und Tornadosaison begann pünktlich bei unserem Eintreffen.

Um es mal deutlich zu sagen: das Wetter da, hat mit dem europäischen nix gemeinsam. Ich werde demnächst einige Berichte unserer "Wetterabenteuer" hier reinsetzen.

Neben der ganzen Arbeit am Kennel, wurden die Strommasten gestellt, damit wir wieder Anschluss an die Zivilisation bekommen. Zwei Wochen später rücke dann auch das Team an, das unsere Trinkwasserquelle bohrt. Nach vier Stunden war es geschafft, in 80 Meter Tiefe angekommen, Rohre verlegt schon hatten wir Wasser.
Vor Gebrauch muss es erst noch getestet wird. Hier gibt es ein Institut, wo der Landbesitzer sein Wasser für 15 Dollar durchtesten lassen kann. Die meisten hier machen das alle 3-4 Monate.
Wenn wir nicht gerade Gewitter hatten, war es einfach sehr heiß. Schon Ende April hatten wir Temperaturen von über 30 Grad. Oliver fuhr los und kaufte eine riesige Plastik-Rindertränke und funktionierte diese kurzerhand zum Pool für die Hunde um. Und weil es schöner aussieht wurde das Planschbecken grad in die hintere Holzterrasse integriert.
Die Hunde nutzen es mit wachsender Begeisterung. Im Doghouse selbst sorgen große Ventilatoren die auch von den Truthahnfarmen hier eingesetzt werden, für Abkühlung.



Ende Mai kam uns Axel besuchen, er lebt mit seiner Frau Tanja und ihren Hunden in unserer zweiten Haushälfte in Bahra und beide kümmern sich absolut zuverlässig um unser Haus und Grundstück. Ohne sie wäre es noch ein Stück schwieriger gewesen über den Teich zu gehen.
Axel holte einen Hund ab, den er in den USA gekauft hatte und nutze die Gelegenheit uns einige Tage lang tatkräftig beim Bau und Ausbau des zweiten Dachstuhls zur Hand zu gehen. Ein dickes Dankeschön nochmals dafür Axel!!!

Nach einigen Wochen wurde aus dem Rohbau langsam ein Zuhause. Wir lebten zwar immer noch sehr einfach, es gab noch keine Wasserleitungen, also Eimer schleppen. Wir können zwar jederzeit bei unserer Nachbarin Sigrid Duschen, Wäsche waschen und auch sonst hilft sie uns wo sie kann, doch oft tat es auch die Freiluftdusche. Wir waren schlimmeres gewöhnt durch den monatelangen Umbau in Bahra.
Endlich habe ich es dann auch geschafft, diesem Urwald das Freigehege abzuringen. Es war absolute Knochenarbeit, doch der Spaß der Hunde entschädigt für alles.




Nach knapp drei Monaten, Ende Juni habe ich mich wieder auf den Weg nach Deutschland gemacht, denn hier gibt es noch viele Dinge die liegengeblieben sind und noch erledigt werden müssen. Eigentlich wollte ich Ende August wieder heim.
Doch kaum in Deutschland musste ich einen Hund von uns, der jetzt zwei Jahre lang bei einer Familie in Österreich gelebt hat, wieder heim holen. Leider ist Steel sehr schwer krank und an einen Rückflug ist vorerst überhaupt nicht zu denken.

Nicole