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Dienstag, 13. Januar 2009

Zuhause!

Test


So, jetzt sind wir ja schon wieder eine ganze Weile zuhause. Steelemann und ich sind Mitte November in die USA geflogen. Diesemal nur von Frankfurt bis Chicago, dort hat uns Oliver abgeholt. Umsteigen und weitere Flüge wollten wir ihm ersparen. Die fast 10stündige Autofahrt nach Hause war sicher auch anstrengend, aber er lag ganz bequem auf dem Ruecksitz und wir waren da, das ist sicher nicht so beaengstigend, als stundenlang in einer Flugkiste hocken muessen.

Daheim angekommen war er sofort zuhause. Die Haushunde moegen ihn, er fuehlt sich sichtlich wohl. Den Tag verbringt er am liebsten mit Raven und Suka. Vor allem das morgendliche Toben im Auslauf mit seinen beiden neuen Kumpels, manchmal auch mit Tejar, macht ihm unglaublichen Spass.

Er lauft zudem ohne irgendwelche Aggressionen im grossen Rudel mit. Seine Mutter hat ihn wiedererkannt, sein Vater irgendwie auch :) ... beide brummelten sich in der gleichen Tonlage ein bisschen an. Man konnte beim besten Willen nicht unterscheiden ... wer welche Toene machte. Sehr gleich. Quasi sowas wie ein Familienlied! :)


Er ist unglaublich freundlich zu allem und jedem. Nachts liegt es gerne in der Naehe von uns, kommt auch gerne mal aufs Sofa zum Kuscheln. Zu Oliver hatte er sofort wieder ein tiefes Verhaeltnis, er weiss genau wo er ist und scheint endlich wirklich gluecklich zu sein.
Gesundheitlich ist er einigermassen stabil. Zweimal hat er etwas Metacam bekommen muessen. Doch damit kann er und auch wir gut leben.

Wir haben lange ueberlegt, ob er ein wenig arbeiten kann. Unser alter Tierarzt sagte uns, das die Borreliose-Schuebe vor allen durch negativen Stress ausgeloest werden. Wenn er jetzt sah, das die anderen eingeschirrt wurden, war er kaum noch zu halten ... und seine Traurigkeit wenn er dann daheim bleiben muesste wirklich sichtbar.

Also haben wir ihn erstmal fuer ein kurze Strecke zum Holzziehen mitgenommen. Das hat ihm Freude gemacht. Er war ein bisschen erschoepfter als die anderen, aber das lag auch sicher daran das er lange nix mehr gemacht hat.
Beim Holzziehen mit Raven!

Dann vor einigen Tagen entschieden wir uns, ihn mit den „Alten“ einzuspannen. Die fahren nur eine kurze Strecke, schoen langsam und gemuetlich.
Es war so schoen anzusehen ... wie er sich freute, als wir ihm ein Geschirr anlegten ... er wurde vor seinem Vater eingespannt und heulte genauso wie er in der gleichen Tonlage, Pott wie Deckel ... in Reinform!
Beim Losfahren startete er durch, mit gestrecktem Koerper ... unglaubliche Kraft auf den Hinterlaeufen.

Nach einer halben Stunde waren sie wieder da und ich erschrack als er reinkam, er humpelte hinten. So ein Mist, geht es also doch nicht. Wie schlimm fuer ihn und er strahlte so ...

Oliver beruhigte mich allerdings sofort. Alles in Ordnung, er hat so sehr seine Kraft auf den Boden gebracht, das er sich an der hinteren Zehe am Ballen ein wenig Haut abgeschuerft hatte.
Nichts schlimmes, ein wenig Creme, eine Minidosis Meta und am naechsten Tag war es wieder gut.

Nach all den schlimmen Wochen ... den Verlust seiner „Moechtegern-Familie“, einer wirklich boesen Erkrankung und einem sehr langen Weg heim ... ist er jetzt da, wo er eigentlich schon lange sein sollte ... zuhause. Oliver und ich sagten es ihm ganz oft ... es ist einfach nur schoen, das er jetzt da ist. Unser grossen Kaempfer ...

Es war es wert ... jeder Cent, jede durchwachte Stunde, die Angst und Sorge. Wir wissen nicht nicht, wie lange er so gesund bleiben wird .. doch jeder Tag ist ein guter Tag!

.. ein letztes Wort an unsere „Oesterreicher“: Ihr habt das beste weggeben was ihr je hattet .. und haben werdet.

Und das ist gut so, denn nicht jeder hat einen solchen Hund verdient. Danke sehr, das wir die Chance hatten einen grossen Fehler wieder gut zu machen ... ihn wegzugeben an Menschen, die in all den Monaten nicht gesehen haben, was fuer ein besonderer Hund da bei ihnen lebte.

Nein, meine Lieben, er ist kein Killer, er laeuft auch nicht weg und benimmt sich asozial ... nein, er bleibt da auch wenn das Tor den ganzen Tag auf ist, er mag alle Hunde, am liebsten jedoch Rueden ... er hoert sofort ... ist anhaenglich, verschmust und dankbar ...
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Ein perfekter Hund!!!


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Nochmal danke an alle die mit uns die Sorge um Steel geteilt haben. Ganz besonders an Tanja, die mit mir unzaehlige Male zum Tierarzt gefahren ist und mir immer wieder Mut gemacht hat. Die ihm die allerbesten Leckereien zugesteckt und immer Zeit fuer eine Streicheleinheit hatte.
Das gilt auch fuer Axel, der nie an Steel vorbei ist, ohne ihn anzufassen und mich oft bei meinem Spaziergaengen begleitet hat.

Er wird sich freuen, wenn ihr kommt ...

Es zeigt sich ... jeder unserer Hunde ist etwas besonderes und egal wo sie sind, es ist jede Muehe wert ihnen das Beste zu geben. Keinen wuerden wir je zurueck lassen.
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Ich hoffe, das ich damit die Rubrik „Steel“ in unserem Blog schliessen kann!

Freitag, 17. Oktober 2008

Dicker Hals

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Alles könnte gut sein, wenn der Hals nicht wäre. Steel hat immer noch Schluckbewerden, die Nase läuft immer noch und auch seine Kurzatmigkeit ist nicht wirklich weg.
Ich war noch mal in der Klinik und da gab es nur eine Lösung von Seiten der Ärzte. Ultraschall Herz um eine Herzbeteiligung auszuschließen und die eine Mandel, die nicht mehr in der Tasche ist, rausoperieren.
Ich hab um Bedenkzeit gebeten, weil ich nicht sicher bin, ob das der richtige Weg ist.
Ich glaube, die Mandelentzündung ist eine Reaktion auf etwas das noch zu finden ist, doch das scheint nicht möglich zu sein. Für die Ärzte.
Außerdem wollen wir ja auch irgendwann mal wieder heim fliegen.
Es wird schlimmer an Regentagen, also wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist.
Dann waren wir bei der Tierheilpraktikerin. Nette Frau und wir haben super viel Sachen bekommen, die wir auch alle seit fast drei Wochen anwenden.
Etwas zum den Körper zu entgiften, Bachblüten um ihn zu stärken.
Tees für den Hals (Kaltauszug Eibischtee, Aufgegossen Malven- und Spitzwegerichtee, zudem noch Honigfenchel). Doch leider ist kein Fortschritt zu sehen . Ich bin nicht ungeduldig, aber er fühlt sich nicht wirklich gut und im Moment hab ich das Gefühl wir drehen uns im Kreis.
Falls jemand noch eine gute Idee hat, freue mich über jeden Tip.

Toben und Spielen mit den Mädels vom Nachbarn geht immer.
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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Regentag

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Gestern hatten wir den ganzen Tag Dauerregen und weil man dann nicht draußen toben kann, bekam Steel Hausbesuch von seiner kleinen Freundin Kadie, die er so mag. So mußte das Wohnzimmer herhalten fürs gemeinsame spielen.
Zudem ging es ihm gestern nicht so gut, so das viel laufen eh nicht machbar gewesen wäre.
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Sonntag, 5. Oktober 2008

In den Berg!

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Wir hatten am Wochenende Besuch von Franz mit seinem Malamutenrüden Mika. Das war natürlich eine gute Gelegenheit ein wenig zu wandern und uns die wunderschöne sächsische Schweiz anzuschauen.
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Da Steel nur kurze Strecken laufen kann, war es immer nur kleine Ausflüge, aber es trotzdem Spaß gemacht, denn all die schönen Wege sind nur ein Steinwurf von uns entfernt,
Steel muß dringend 4-5 kg abnehmen, doch leider geht das nur sehr langsam, denn wir können uns nicht ausrechend bewegen, da Bubi einfach noch nicht fit ist.
Mit dem anderen Rüden gab es keinerlei Probleme. Er verträgt sich wirklich mit jedem gut und freut sich einfach über Gesellschaft.

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Montag, 15. September 2008

Über'n Berg!

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Wieder eine Woche rum ... und diesmal gibt es gute Nachrichten. Am Mi. 09.09.08 waren wir mit allen Tabletten durch.
Steel ging es ganz gut und am jetzigen Wochenende konnte man erkennen, das auch die Belastung durch die Medikamente nachlassen.

Er fegt durch den Freilauf, laut ertönte ständig sein HUHUHU ... wenn es was zu fressen gab .. sprang er wie ein junger Hüpfer.

Heute waren wir in der Klinik. ALLE Laborwerte sind in Ordnung, nur GOT (Leber) noch ein bisschen grenzwertig erhöht.

Er hat den akuten Schub dieser drei Erkrankungen überstanden. Die Ärztin ist zuversichtlich.
Da die Anaplasmose noch sehr wenig erforscht wurde, gibt es auch nach erfolgreicher Behandlung immer wieder unerwartete Todesfälle. Doch ich bin positiv. Der schafft das. Natürlich ist er noch nicht gesund.
Wie wir mit eventuellen chronischen Symtomen umgegehen, wird die Zeit zeigen. Im Moment fühlt er sich ganz wohl.

Er hat immer noch diese Mandelentzündung. Ab morgen werden wir es mit Lymphomyosot Tropfen versuchen.

In zwei Wochen dann der erneute Cushing Test und wenn ich Sorge haben sollte, auch nochmal Labor.

Natürlich gibt es weiter News von Steel, wir werden ab morgen spazieren gehen, da er große Angst im Auto hat, wird noch viel passsieren müßen, denn er muß ja leider fast 16 Stunden im Kennel bleiben, wenn wir heimfliegen.

Ich danke allen ganz lieb, die mir in den letzten Wochen Mut gemacht haben. Das hat sehr geholfen!

Nicole

Sonntag, 7. September 2008

Kleine Mahlzeit

Steel mit seinem Knochen

Ruhige Woche


Es ist nicht viel passiert in dieser Woche. Am Dienstag, 02.09.08 waren wir wieder in der Klinik und er hat Carbesia gespritzt bekommen. Die Lebertabletten und auch Metacam sollen weitergeben werden. Das Doxy noch bis nächste Woche, dann sind drei Wochen rum.

Insgesamt ist er beweglicher, will so gerne mit den Nachbarshunden spielen. Darf nicht. Absolute Ruhe.
Manchmal kann er mit Moonie ein paar Minuten in den großen Auslauf. Geht aber nur ganz kurz, weil er dann einfach fertig ist.

Die Ärztin will immer noch keine Prognose wagen. Sagte nur, das auch wenn er wieder fit werden sollte, jede Form von Stress einen neuen Borrelioseschub bewirken kann.
Fliegen ist ganz schlecht, sich aufs Futter freuen auch, mit den anderen irgendwann mal wieder einen Schlitten ziehen gar nicht gut.

Aber die Borreliose ist nicht unser Hauptproblem, sondern die Anaplasmose, die kann Spätwirkungen haben, die man nicht abschätzen kann.

In den letzten drei Tagen ist der kleine Fortschritt zum Stillstand gekommen, weil er wieder Probleme mit der Luft und den Bronchien hat, die Nase läuft, er hechelt und es ist einfach nicht genug Luft da um mal durch den Auslauf zu sprinten.

Manchmal versucht er es, ich kann und will ihm nicht an die Leine legen, wie von der Ärztin geraten.

Danach ist er alle und ich sitze bei ihm und warte und hoffe das er sich wieder beruhigen wird.

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Als Junghund und mit mir im Hof

Das erste Ziel ist es jetzt, ihn so gesund zu bekommen, das er heim fliegen kann und dann vertraue ich darauf, das er es bei uns und mit den anderen zusammen schaffen wird.
Nicht weiterdenken, nicht jetzt schon nur das sehen was nicht mehr gehen wird.
Alles kommt zu seiner Zeit und wir sind immer noch bei dem ersten Schritt ... das er es überlebt.
Morgen also wieder Klinik und schauen was wir jetzt tun können, damit er besser Luft bekommt.

Nicole

Freitag, 29. August 2008

Nicht aufgeben!





So jetzt ist die Woche fast um. Am Mo. 25.08.08 waren wir in den Klinik, Blutwerte und Cushing Test. Die Leberwerte waren drastisch erhöht und der Cushing Test positiv.
Die ACTH Stimulation war unauffällig, der UCC Test (Kortisol/Kreatinin Verhältnis im Harn) war über 25 (36,9) was eben für Cushing spricht.
Hier ein Link mit Informationen über diese Erkrankung:

http://www.cushinghunde.de/Fragen/fragen.html

Das ist eine ganz harte Diagnose, die zusammen mit den anderen Erkrankungen keine gute Prognose stellen.
Aber aufgeben gilt nicht. Die Werte des Tests sind noch sehr niedrig und das heißt im Moment wird nicht behandelt. Der Test wird in vier Wochen noch mal gemacht.
Doch es beeinflusst seine Genesung, da sein Immunsystem kaum arbeitet und er nur sehr langsam auf die Behandlung anspricht. Wegen der Leberwerte bekommt er jetzt täglich Hepasan und für den Magen eine Säureblocker, zudem, obwohl es wieder auf die Leber geht, Metacam, weil er durch die geschwollenen Mandeln und die entzündeten Gelenken sehr starke Schmerzen hat.

Wir haben weitere Tests gemacht und festgestellt, das die Anaplasmose und Ehrlichose im akuten Stadium sind, also keine chronische Symptome aufweisen. Sprich, er hat sich so 4-6 Wochen vor seiner Ankunft bei mir infiziert. Schleierhaft wird mir immer bleiben, das die ganze Familie keinerlei Symptome festgestellt haben will und er bei mir schon am ersten Tag so auffällig war, das man es nicht übersehen konnte.
Egal, was soll ich damit hadern. Die haben ihn vergessen, niemand meldet sich.

Es hat sich nicht viel verändert. Er hat gute Stunden wo er lebhafter ist und wirklich schlimme wo nur noch liegt. Er spricht gut auf das Metacam an, wenn es wirkt, dann ist der "alte" Steel wieder da.

Heute waren wir wieder in Klinik, erneuter Check der Leberwerte. Eine gute Nachricht, sie sind über die Hälfte gefallen und die Medikamente können so weiter geben werden. Am Di. 02.09.08 ist der nächste Termin, da bekommt er seine zweite Spritze gegen die Borrelien.

Der Weg ist lang und es ist nicht abzusehen, ob er uns gemeinsam heim bringen wird.

Ich verbringe viel Zeit mit ihm, er hat wieder Hunger und bekommt alles was er mag. Er hat allerdings schon zwei Kilo abgenommen, seitdem er bei mir ist.
Gestern hat Axel einen riesigen Oberschenkelknochen vom Schlachter geholt. Er hat sich so gefreut und lange genagt. Allerdings immer mit Zwangspausen, weil die Luft so knapp ist.
Egal, danach saß er da und lachte.

Ich danke denen die mir schreiben und Anteil nehmen, es tut gut. Es ist hart das alleine zu meistern. Meine beste Hälfte und unsere Hunde fehlen mir, zum Kraft tanken.

Nicole


Steel mit "Buddy"

Sonntag, 24. August 2008

Chronologie einer unheilvollen Geschichte


Da die Welt selten wirklich heil und schön ist, habe ich auch noch trauriges zu berichten.

Etwas das uns sehr betroffen macht und im höchsten Maße hilflos.



Einige kennen die Geschichte sicher noch. 2006 mußten wir einen unserer Jungrüden, den wir als halbjährigen an eine Musherfamilie abgegeben haben, aus nicht so schönen Verhältnissen herausholen.
Ein Ehestreit mit Trennung hatte dazu geführt, das sich niemand um die Hunde die dort lebten, gekümmert hat. Als wir unseren Steel holten war er sehr krank und unterernährt. Wog 29 kg und hatten eine Fehlfunktion der Schilddrüse und Bauchspeichedrüse.
Es dauerte über 3 Monate bis er wieder stabil war. Wir wünschten uns für ihn ein Zuhause, wo er Familienhund sein konnte. Mit Sofa, ein wenig Sport und viel Aufmerksamkeit.
Ein Familie aus Österreich bemühte sich intensiv um ihn und bekam ihn letztendlich dann auch im August 2006. Alles schien in Ordnung zu sein, wir bekamen nette Bilder und liebe Berichte. Steel, eh ein wirklich netter Kerl, schien perfekt dorthin zu passen.

Ein Woche bevor ich aus den USA wieder heimgeflogen bin erhielt ich eine EMail, von der halbwüchsigen Tochter der Familie, die sich heftigst Luft machte über Steel. Mir rutschte das Herz in die Hose. Soviel Ablehnung in so wenig Sätzen, das war wie ein Schlag in den Nacken.
Noch in den USA rief ich dort an und die Emotionen schossen mir am Telefon entgegen. Der Hund hätte die Hauskatze getötet, die geliebte Hauskatze.
Das war natürlich tragisch und verstand diese Reaktionen, doch es war ja nicht so, das sie nicht vorgewarnt gewesen wären.
Als wir die Vorgespräche geführt haben, wurde gesagt: Steel jagt Katzen wenn er ohne Aufsicht ist. Ich äußerste Bedenken, als ich erfuhr das sie Katzen haben. Doch damals war es scheinbar kein Problem.
Doch jetzt sank das Schiff.
Ich machte mir Sorgen um den Buben und frage: ob sie mit dem Gedanken spielen den Hund abzugeben. Konnte kaum glauben, als ich hörte das sie es tatsächlich tun. Denn plötzlich war es nicht nur die Katze, sondern auch das er aggressiv zu anderen Rüden sei, einen Hund fast totgebissen hätte, "wörtlich": einfach nicht in ihr Umfeld passe. Im Dorf würde man ihn schon Killer nennen.
Sie sprachen von Steel. Nicht vorstellbar. Auch das man in den vergangenen zwei Jahren nicht ein einziges Mal geschrieben hatte, das es nicht so klappte.
Man erbat sich noch etwas Bedenkzeit oder war ich es, die es ihnen anbot?? Egal, Fakt ist, am So. 27.07.08 holte ich Steel zusammen mit Axel an einer Tankstelle in der Tschechien ab.
Er saß noch keine zwei Minuten im Auto, da war ich überglücklich das er wieder da war. Oliver wollte ihn schon beim ersten Mal nur sehr ungerne abgeben, ich hätte ihn beim zweitenmal dabehalten wollen, tat weh ihn gehen zu lassen.
Doch wir wollten nicht egoistisch sein, sondern immer nur das Beste für den Buben. Jetzt war er wieder da und sollte auf jeden Fall bleiben.

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Schon bei der Ankunft wirkte er etwas daneben, die Nase lief, er war schlapp und apathisch.
Ich schrieb es dem Wechsel zu. Der Umstellung. Gleich am nächsten Tag gingen wir morgens spazieren. Er war kurzatmig und schlapp. Schaffte gerade mal 2 km.
Lag viel und war niedergedrückt, was ich der Trauer zuschrieb, doch die laufende Nase machte mir Sorgen und das er so "aufgebläht" und schlapperisch aussah. Axel sagte: der sieht aus als hätte der ganz viel in ganzer kurzer Zeit abgenommen. Ich dachte mir, naja nicht besonders viel bewegt worden.
Am Do. den 31.07.08 bin ich zu unserem Tierarzt. Blutbild machen lassen. Ab da habe ich angefangen mit Plantamun zu behandeln. Zur Stärkung der Abwehrkräfte. Am ersten Wochenende als er bei uns war wurden die Symptome deutlicher, laufende Nase, sehr schlapp. Schaffte kaum noch seine 2 x 2 km pro Tag. Trank und pinkelte viel.
Am Montag wieder zum Tierarzt. Blutwerte waren alle okay. Nur die Leukozyten deutlich erhöht und das Gesamteiweiß im Urin. Also eine Infektion.
Er bekam Eurotop - Antibiotika.

Doch keine Besserung, er baute weiter ab, jeden Tag ein bisschen mehr.
Am Do. den 07.08.08 wieder Anruf beim Tierarzt. Der sagte, okay, das Zeug wirkt nicht, geh in die Klinik.
Also bin ich sofort zu unser Klinik gefahren, da hat man ihn untersucht. Wieder Blut abgenommen. Ein Antibiotika angesetzt das sehr gut bei Entzündungen der oberen Atemwege hilft. Clavaseptin. Also wurde umgestellt. Zudem habe ich ihm alle zwei Tage Zylexis s.c. gespritzt (3 mal).

Keine Besserung, Nase lief, Hund schwach, aber guten Hunger.
Am Mittwoch den 13.08.08 wieder in die Klinik, keine Besserung. Termin für eine Röntgenaufnahme und eine Endoskopie. Am Fr. 15.08.08 war es soweit. Das erste Ergebniss:
Chronische interstielle eosinophile Bronchitis und in der Lunge eosionphiles Lungeninfiltrat.
Harte Nummer. Es wurde eine Lavage gemacht und Blutabgenommen auf Borrelien und Co.
Zu dem Clavaseptin kam jetzt noch 40 mg Prednisolon täglich.
Absolute Ruhe war angesagt. Steel ging es trotzdem schlechter.
Am Mo. 18.08.08 dann das Blutergebnis: Borreliose, Ehrliose und Anaplasmose. Alles was man durch einen Zeckenbiss bekommen kann.
Am Di. 19.08.08 ist er auf Doxycyclin umgestellt worden und das Predni wurde reduziert.
Bis Samstag ging es trotzdem immer schlechter, er verträgt das Doxy schlecht, erbricht oft danach. Bekommt immer erst eine Portion Futter und eine Stunde später wieder eine mit dem Medikament. Vom Cortison säuft er wie ein Verrückter. Wenn ich nicht limitiere bis zu 6-7 Liter täglich.
Am Sa. 23.08.08 war es so schlimm das ich mit ihm in die Notfallsprechstunde gefahren bin. Meine Tierärztin dort ist genauso besorgt. Hat erstmal das Predni ganz abgesetzt. Ihn abgehört und jetzt bekommt er für zwei Tage ein Schmerzmittel. Das wirkt ganz gut. Er ist sehr müde. Schläft nur noch, der Appetit wird täglich weniger. Doch er hechelt nicht mehr so, hat nicht mehr die Schmerzen wie die Tage vorher.

Am Montag 25.08.08 habe ich wieder einen Termin, Urin auf Cushing Syndrom testen. Röntgen Bauch, Lunge und eine große Palette von Blutwerten.

Kein Ende in Sicht ... und der Hund leidet, jeden Tag ... schaut mich mit großen Augen an.
Ich habe die vorherigen Besitzer angerufen, ihnen davon erzählt. Natürlich war der Hund top gesund, soll am Samstag vor Abgabe noch 9 km gelaufen sein. Und überhaupt Ehrlichose gibt es bei ihnen in Österreich so gut wie gar nicht.
Wörtlich sie hätten mir nie so einen kranken Hund zurückgegeben.
Dann kam noch einmal ein Rückruf, man hätte mit ihrem Tierarzt gesprochen ... kann nicht vor dort kommen. Und überhaupt der Hund war ja gar nicht krank.
Man erzählte mir bei der Übergabe, das der Hund im Februar stark gelahmt habe und er beim Tierarzt war. Aber er ist ja bloß gestolpert und nachher war alles wieder gut.Das er beim Tierarzt doll geschrien hat, egal wo man ihn anfasste lag eher daran, das er so ein Weichei ist. Sonst gehts noch??

Ob man denn noch am Wochenende anrufen könnte wie es dem Hund geht. Das ist jetzt vorbei, niemand hat angerufen.

Mit wird kotzschlecht bei so einem Verhalten! Zwei Jahre verschwendete Zeit für meinen Hund.

Ach so zum Thema "Killer". Steel ist wie er immer war, sehr verträglich, kommt super mit dem Rudel von nebenan klar. Liegt immer am Zaun und schaut ihnen bei Spielen zu, will mitspielen und durfte auch solange er noch konnte. Jetzt geht es nicht mehr.
Aber Axel's Moonie, mit der er in den ersten Tagen immer spazieren gegangen ist, liegt oft am Zaun und leistet ihm Gesellschaft.

Mit Nachbar's Kadie und Moonie im Auslauf

Er folgsam, hört gut und ist sehr anhänglich. So wie ich ihn kenne, ein Prachtbursche.
Ich habe ihm ein Stofftier gekauft. "Buddy". Das schleppt er immer mit. Egal wo er liegt. Sieht ein bisschen so aus wie ein Trostplaster, ein Kumpel für schlimme Zeiten.
Wie gerne würde ich es ihm abnehmen. Weil er es verdient hätte. Weil nur das Beste bekommen sollte.

Ich habe lange überlegt ob ich diese Geschichte schreib. Denn es geht mir nicht um Schuld oder Versagen.
Ich habe versagt, weil ich diesen Hund an die falsche Familie gegeben hab. Das ist das was an mir nagt.
700 Euro hat es bisher gekostet, doch wen interessiert das, der Hund war gesund als er abgegeben wurde.
Habe ein Borrelien Western Blot machen lassen. Ergebniss: zeigt beides an, alte und akute Ansteckung. Leider kann man es bei den anderen nicht machen lassen.

Doch ich schreibe sie, weil sie für ihn ist, die Geschichte. Für meinen so kranken Hund und für mich weil es einfach schlimm ist ihn so wiederbekommen zu haben.

Und um mir Mut zu machen das er es schafft. Er selbst kämpft wie Löwe. Das konnte er schon immer, das mußte er schon immer.
Vielleicht bekommen wir unsere Chance.

Es hat Konsequenzen, das ganze. Wir haben beschlossen, wir züchten nicht mehr. Die mentale Belastung hat eine Grenze erreicht, die wir nicht überschreiten wollen. Wir haben genug Hunde für uns. Wenn wir wieder Jungvolk brauchen, dann gibt es was. Für uns. Wenn viel da sein sollte, dann noch an die, die schon so lange darauf warten, wenn sie dann noch wollen.

Wie sagte Oliver heute: was nützt es wenn ich 30 gut untergebracht habe und einer kommt so zurück ... das ist es nicht wert. So ist es!


Steel und ich im Gehege, bei dem Versuch zu entspannen


Gute Nacht.
Nicole

Sonntag, 1. Oktober 2006

Steel ist vermittelt

Unser Sorgenkind Steel hat wieder ein neues Zuhause. Steel ist nach der Trennung seiner Besitzer völlig unterernährt, krank und vernachlässigt zu uns zurückgekommen. Nach 3 Monaten Pflege und Fürsorge lebt er jetzt mit einer neuen Hundefreundin und seiner Familie in Niederösterreich. Gesundheitlich geht es ihm wieder gut. Er muß zwar noch Tabletten nehmen, aber wir sind zuversichtlich das er das bald nicht mehr braucht.



Steel vorher und nachher bei seiner neuen Familie